Gemeinsam nachdenken – Das Philosophische Symposion 2025
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Gemeinsam nachdenken – Das Philosophische Symposion 2025

Anlässlich des Welttags der Philosophie fand an unserer Schule erstmals das Philosophische Symposion statt, das Raum für gemeinsames Nachdenken, offenen Austausch und lebendige Diskussion bot. Schüler*innen aus den Jahrgangsstufen 6-Q1 kamen in angenehmer, konzentrierter Atmosphäre zusammen, um sich mit einer ebenso zeitlosen wie aktuellen Frage auseinanderzusetzen: dem Verhältnis von Gut und Böse in der Politik. 

Eine Mischung aus Zitaten, Filmszenen und gemeinsamer Textlektüre bot Denkanstöße und lieferte die Grundlage für vertiefende Gespräche. Dabei zeigte sich, wie vielfältig, differenziert und reflektiert die Positionen der Teilnehmenden waren. Auch abseits der Diskussionen trug das liebevoll gemeinsam zusammengestellte Frühstücksbuffet zu einer offenen und wertschätzenden Gesprächskultur bei.

Liz Schleicher (Q1) reflektiert:

Gut und Böse. Klar, zwei Begriffe, die jeder schon tausendmal gehört hat. Aber: Was ist gut? Was ist böse?

Genau an diesem Punkt hat unser philosophisches Symposion begonnen: dort, wo einfache Begriffe bröckeln und man merkt, wie kompliziert die Welt eigentlich ist.

Schnell wurde klar, dass Gut und Böse keine festen Kategorien sind, sondern eher fragile Konstruktionen, die wir Menschen benutzen, um Ordnung in moralisches Chaos zu bringen. Wir haben diskutiert, ob man überhaupt jemanden eindeutig als „gut“ oder „böse“ abstempeln kann – oder ob solche Etiketten eher davon ablenken, wie viel Grauzwischen Schwarz und Weiß liegt.

Was als einfache Frage begann, wurde so zu einer Reise durch die Grauzonen menschlichen Handelns. Und wie das eigentlich in der Politik funktioniert – einem Ort, an dem moralische Urteile ständig gefällt werden, aber selten eindeutig sind. 

Wer entscheidet dort, was moralisch ist? Und darf man überhaupt so absolut urteilen, wenn Moral immer auch vom jeweiligen Standpunkt abhängt? 

Moral ist keine einfache Schablone.

Es hat gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn Schüler*innen Räume bekommen, in denen sie offen philosophieren und kritisch über Politik sprechen können.

Denn gerade in einer Zeit, in der schnelle Urteile alltäglich sind, brauchen wir Orte, an denen wir lernen, hinter Begriffe zu schauen und unsere Sprache zu hinterfragen.
Der Film, den wir gesehen haben, wirkte wie ein zusätzlicher Spiegel, der uns zeigte, wie kompliziert moralische Entscheidungen werden, sobald Macht, Verantwortung und persönliche Werte sich berühren.

Das Symposium war ein Raum, in dem man laut denken darf, ohne bewertet zu werden. Fünf Schulstunden vergingen wie im Flug und haben einen starken Eindruck hinterlassen.“

Wir freuen uns besonders, das mit Jonathan Kierdorf auch ein interessierter Schüler aus der 6. Klasse am Symposion teilgenommen hat. Über seine Erfahrungen und den Ablauf des Symposions berichtet er:

“Das Thema des Symposiums war „Moral: Gut und Böse“, wobei es hauptsächlich um Persönliche und Politische bzw. „Öffentliche“ Moral ging.

Als erstes starteten wir mit einer Einstiegsdiskussion über die generelle Bedeutung von„Gut und Böse“, basierend auf einigen Zeitungs-Schlagzeilen über die USA, Russland und deren aktuelle Lage sowie das Handeln ihrer Präsidenten. Dann positionierten wir uns an verschiedenen Tischen, auf denen jeweils ein Zitat einer berühmten Person lag, z.B. „Wer Politik treibt, darf nicht erwarten, moralisch zu handeln und zugleich erfolgreich zu sein.“, von Max Weber (aus Politik als Beruf, 1919), dessen Bedeutung und Genauigkeit wir anschließend gemeinsam diskutierten.

Danach legten wir eine 10-minütige Buffetpause ein.

Als nächstes schauten wir die erste Hälfte des amerikanischen Films „Die Iden des März“ (original: „The Ides of March“), in dem es um Macht, Loyalität und Verrat im politischen System geht und gezeigt wird, wie Idealismus im Streben nach Erfolg schrittweise verdrängt wird und moralisches Handeln kaum mit politischem Aufstieg vereinbar ist.

Danach lasen wir den Text „Gut und Böse in der Politik“ von Moritz Leuenberger (ehem. Bundespräsident der Schweiz), den wir aus Zeitgründen nur zu ca. 5% besprachen, um die wesentlichen Fragen im Raum zu beantworten. (Anmerkung: Wir haben uns zu der Verkürzung der Textlektüre spontan entschieden, weil wir die lebendige und aspektreiche Diskussion in dem Moment unterstützen wollten 😉)

Danach schauten wir den Film zu Ende und führten eine Abschluss-Diskussion über die Charaktere und den Film an sich durch.

Mein Fazit

Moral ungleich Moral.
Moral ist sehr vielschichtig: Es gibt verschiedene Arten von Moral (Politische Moral, Persönliche Moral, …). Sie wird von den Menschen aktiv und für immer weitergeformtund ist daher nicht überall gleich.
Für mich persönlich: Moral ist die Definition von Gut und Böse einer Person oder Gruppe. Diese Definition kann je nach Person oder Gruppe variieren.

Als letztes möchte ich erwähnen, dass das Symposium für Schüler*innen aus der 9.-11. Klasse war, ich aber als Sechstklässler trotzdem teilnehmen durfte und ich mich trotzdem sehr willkommen gefühlt habe: Also, danke nochmal an die Schüler und an die Philosophie-Lehrkräfte, die das ermöglicht haben. 😁”

Als Fachschaft Philosophie danken wir allen teilnehmenden Schüler*innen herzlich für ihr engagiertes Mitdenken, ihre Offenheit und die respektvollen Diskussionen, die dieses Symposion zu einer bereichernden Erfahrung gemacht haben. 

Das Philosophische Symposion soll auch künftig ein Ort des gemeinsamen Fragens, Zweifelns und Weiterdenkens sein. Schon jetzt freuen wir uns auf das nächste Treffen und laden alle Interessierten herzlich ein, sich mit eigenen Themenvorschlägen einzubringen. Welche philosophischen Fragen bewegen euch? Wir sind gespannt auf eure Ideen.