Grüner Schulhof – Mehr Natur fürs Klima am Deutzer Gymnasium Schaurtestraße

AG-Angebot für das erste Halbjahr 2026/2027

18. September 2026

AG-Angebot für das erste Halbjahr 2026/2027

18. September 2026
Grüner Schulhof – Mehr Natur fürs Klima am Deutzer Gymnasium Schaurtestraße

Von der Vision zum grünen Klassenzimmer: Die Projektidee

Die Folgen des globalen Klimawandels sind längst nicht mehr nur ein fernes Abstraktum aus dem Geographie- oder Biologiebuch, sondern im städtischen Alltag hautnah spürbar. Besondere Hitzetage im Frühling und Sommer 2026 machen deutlich, wie stark versiegelte Flächen in den Innenstädten Lagen Wärme speichern und das Wohlbefinden beeinträchtigen können. Auch unser Schulgelände am Deutzer Gymnasium Schaurtestraße bildete hier über viele Jahre hinweg keine Ausnahme: Große Asphalt- und Pflasterflächen prägten das Bild unseres Schulhofs mitten im dicht bebauten Kölner Stadtteil Deutz. Doch Schule ist nicht nur ein Ort der reinen Wissensvermittlung, sondern vor allem auch ein zentraler Lebens- und Begegnungsraum, an dem unsere rund 700 Schülerinnen und Schüler täglich viele Stunden verbringen. Aus diesem Bewusstsein heraus entstand das engagierte Projekt „Grüner Schulhof – mehr Natur fürs Klima“. Unser erklärtes Ziel war und ist es, das weitgehend versiegelte Schulgelände Schritt für Schritt in einen grünen, klimaangepassten Lern- und Wohlfühlraum zu verwandeln.

Die Kernidee des Projektes geht jedoch weit über eine reine optische Verschönerung des Geländes hinaus. Durch gezielte Begrünungsmaßnahmen – wie etwa den Bau von Hochbeeten, das Aufstellen von Kübelpflanzen, das Anbringen von Rankhilfen, eine künftige Pergolabegrünung sowie perspektivisch angedachte Fassadenbegrünungen – greifen wir aktiv in das Mikroklima unserer Schule ein. Die neuen Grünflächen und Schattenspender sorgen für spürbare Abkühlung an heißen Tagen, steigern die Aufenthaltsqualität in den Pausen und schaffen zugleich wertvolle neue Lebensräume für Insekten und andere Kleinlebewesen mitten in der Stadt. Wir fördern damit aktiv die städtische Biodiversität und setzen ein sichtbares Zeichen für den Artenschutz.

Besonders am Herz liegt uns dabei der pädagogische Mehrwert dieses Wandels: Die neu gestalteten Bereiche dienen dauerhaft als lebendige Außenlernorte und werden intensiv in den Fachunterricht integriert. Ob es um präzise Temperaturmessungen im Physikunterricht geht, um die mathematische Auswertung von Klimadaten, um biologische Untersuchungen zur Artenvielfalt von Flora und Fauna oder um künstlerische Skizzen in der Natur – Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden bei uns nicht nur theoretisch im Klassenzimmer besprochen, sondern direkt im eigenen Lebensumfeld erlebbar und anfassbar gemacht. Das Projekt stärkt somit auf nachhaltige Weise das Gemeinschaftsgefühl, das Umweltbewusstsein und das individuelle Verantwortungsbewusstsein unserer Schülerschaft. Unser Schulhof wandelt sich so kreativ in eine „grüne Bühne“, die reichlich Raum für Austausch, Verweilen, Präsentationen, gemeinsamen Unterricht und ein lebendiges Miteinander unter freiem Himmel bietet.

Anpacken für eine nachhaltige Zukunft: Die konkrete Umsetzung

Eine grüne Vision entfaltet ihre Wirkung erst dann, wenn sie mit Tatkraft, handwerklichem Geschick und nachhaltigen Konzepten in die Tat umgesetzt wird. Bei der Realisierung unseres grünen Schulhofs standen von Anfang an das gemeinschaftliche Engagement sowie das Prinzip der Nachhaltigkeit im Vordergrund. Bereits im Rahmen intensiver Projekttage packten die Schülerinnen und Schüler selbst an: Es wurden Hochbeete und Rankhilfen konstruiert, wobei großer Wert darauf gelegt wurde, möglichst viele Elemente selbst zu fertigen oder aus recycelten, umweltfreundlichen Materialien herzustellen. So lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur botanische Grundlagen, sondern erwerben auch praktische handwerkliche Fähigkeiten und erfahren unmittelbar, was man durch eigene Leistung bewegen kann.

In den letzten Wochen und Monaten hat sich auf unserem Schulhof sichtbar viel getan. Ein zentraler Meilenstein war die Errichtung neuer Sitzmöglichkeiten und der Begrünung unter den prächtigen alten Kastanien. Hier wurden insgesamt acht neue Bänke aufgestellt, die von dicht gepflanzten, heimischen Sträuchern eingerahmt werden. Dieser Bereich hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, der in den Pausen und Freistunden Schatten spendet und zum Verweilen, Entspannen und Unterhalten einlädt.

Ein weiteres gestalterisches und ökologisches Highlight ist die Aufstellung von drei großen Baumkübeln, die den Schulhof gezielt strukturieren und für ein völlig neues Erscheinungsbild sorgen. Für jeden unserer Gebäudekomplexe wurde ein individueller, charakterstarker Baum ausgewählt und fachgerecht gepflanzt:

  • Vor dem A-Trakt zieht nun ein prächtiger Eisenholzbaum (Parrotia persica) die Blicke auf sich. Dieser zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Hitzebeständigkeit aus und wird unseren Schulhof vor allem im Herbst mit einer spektakulären, leuchtenden Laubfärbung bereichern.
  • Vor dem B-Trakt hat ein heimischer Feldahorn (Acer campestre) seinen neuen Platz gefunden. Er gilt als besonders robustes, anspruchsloses Stadtklima-Gehölz und bietet wertvollen Lebensraum für zahlreiche Insektenarten.
  • Vor dem C-Trakt bereichert eine wunderschöne Felsenbirne (Amelanchier) das Gelände. Sie begeistert im Frühjahr mit einer üppigen, weißen Blütenpracht, die Hummeln und Bienen als wichtige Nahrungsgrundlage dient, und im Sommer mit kleinen, essbaren Früchten.

Durch diese gezielten baulichen und botanischen Maßnahmen ist der Schulhof nicht nur schöner, sondern auch ökologisch wertvoller und funktionaler geworden.

Gemeinschaftsleistung und herzlicher Dank: Unsere Förderer und Partner

Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nicht allein aus Schulmitteln oder durch reine Muskelkraft realisieren. Es bedarf starker Partner, die an unsere Idee glauben, uns finanziell unterstützen und uns mit fachlichem Know-how sowie hochwertigen Materialien zur Seite stehen. Wir schätzen uns glücklich, dass unser Engagement für Umwelt und Klimaschutz auf so große und breite Unterstützung gestoßen ist.

Der entscheidende finanzielle Grundstein für die Umsetzung der Maßnahmen wurde durch die Teilnahme an der Sparda Spendenwahl gelegt, die durch unsere Projektleitung Frau Neumann und Herr Brückner koordiniert wurde. Unter dem Projektmotto „Grüner Schulhof – mehr Natur fürs Klima“ haben zahlreiche Eltern, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Ehemalige sowie Freunde und Förderer unserer Schule fleißig für unser Projekt abgestimmt. Dank dieser fantastischen Unterstützung aus der gesamten Schulgemeinschaft und der Deutzer Nachbarschaft konnten wir eine Fördersumme von 2.000 Euro gewinnen. Dieses Geld floss direkt in die Anschaffung der Pflanzen, Baumkübel und Baumaterialien.

Ebenso unverzichtbar war die tatkräftige und verlässliche Unterstützung unseres schulischen Fördervereins Schaurte Fördern e.V. Der Förderverein hat das Projekt von der ersten Minute an organisatorisch und finanziell begleitet und dort unbürokratisch nachgeholfen, wo zusätzliche Mittel und Ressourcen benötigt wurden, um die Bau- und Bepflanzungsmaßnahmen reibungslos umzusetzen.

Darüber hinaus möchten wir uns ganz herzlich bei den regionalen Unternehmen bedanken, die uns bei der Beschaffung der Baumaterialien, der Bänke und der Pflanzen hervorragend beraten und unterstützt haben. Unser Dank gilt der Kölner Firma HOLZCITY – Theodor Schumacher Söhne, unserem kompetenten Holzhandel vor Ort, für die Bereitstellung des hochwertigen Holzes für unsere Bänke und Holzelemente. Ein ebenso großer Dank geht an die GartenBaumschule Becker aus Bergisch Gladbach für die fachmännische Beratung bei der Auswahl unserer klimaresistenten Bäume und Sträucher sowie für die Lieferung gesunder, kräftiger Pflanzen. Und – last but not least – gilt ein besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Köln, die uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, unserer Schulleiterin Anja Veith-Grimm, die das Projekt von Beginn an äußerst positiv begleitet hat und unserem Hausmeister Steffen Lazecky, der guten Seele des Schaurte, ohne den Projekte, wie der „Grüne Schulhof“ nicht möglich wären.

Das Projekt „Grüner Schulhof“ zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Schule & Lehrkräfte, Elternschaft, lokale Unternehmen und Förderer Hand in Hand zusammenarbeiten. Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten und freuen uns darauf, zuzusehen, wie unser Schulhof von Jahr zu Jahr grüner, lebendiger und klimagerechter wird.