
Jung trifft Alt: Digitale Kunst im Seniorenzentrum St. Heribert
21. Februar 2026
Jazz@school zu Gast am Deutzer Gymnasium Schaurtestraße
23. Februar 2026„Ton verzeiht vieles, aber er vergisst nichts.“ Diesen Satz von Isabella Bilstein werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Wer zwei Tage lang mit den Händen tief in feuchter Tonmasse arbeitet, lernt schnell: Keramik ist kein Prozess, den man erzwingt – es ist ein Dialog mit dem Material.
Denn am Wochenende hat sich die Fachschaft Kunst des Deutzer Gymnasiums Schaurtestraße zu einer zweitägigen Intensivfortbildung zusammengefunden. Unser Ziel: Weg vom teilweise hektischen Schulleben, hin zum haptischen Erleben. Wir wollten unsere eigenen Fähigkeiten im Bereich Keramik auffrischen, neue Techniken für den Kunstunterricht erproben und vor allem eines: Das Material Ton in all seinen Facetten neu begreifen. Gastgeberin war die renommierte Kölner Keramikkünstlerin Isabella Bilstein in ihrem Töpferstudio in Köln Longerich.
Von der Theorie zum Rhythmus der Scheibe
Der Workshop begann mit einer fundierten theoretischen Einführung, die weit über das hinausging, was man oft als „Töpfern“ bezeichnet. Isabella führte uns durch die Welt der Tonarten: Von grob schamottierten Massen, die für plastisches Aufbauen und große Skulpturen ideal sind, bis hin zu feinen, hell brennenden Drehtonen. Wir lernten, warum die Schamottierung – also der Anteil an bereits gebranntem, gemahlenem Ton im Rohmaterial – entscheidend für die Stabilität und das Trocknungsverhalten ist.
Dann ging es weiter – im Zeichen der Drehscheibe. Für viele von uns war dies der schwierigste, aber auch faszinierendste Teil. Das Drehen auf der Scheibe erfordert eine Körperbeherrschung und Ruhe, die es erst einmal zu finden galt. Isabella Bilstein leitete uns mit viel Geduld an: Das Zentrieren des Tons – der wichtigste Schritt, bei dem der Ton exakt auf der Mitte der Scheibe sitzen muss – ist eine körperliche Übung. „Arbeitet aus der Körpermitte, nicht nur aus den Handgelenken“, mahnte sie.
Nach den ersten Versuchen, bei denen der Ton teilweise eher wie ein tanzendes Ungetüm über die Scheibe wanderte, stellten sich bei vielen von uns erste Erfolge ein. Die Formung eines Zylinders, das Ausformen eines Bodens, das vorsichtige Hochziehen der Wandung – all das erfordert ein feines Gespür für die Konsistenz des Tons. Es war beeindruckend zu sehen, wie sich die Fachschaft gegenseitig unterstützte, fachsimpelte und am Ende des Tages stolz auf eine Reihe von (zugegeben: unterschiedlich perfekten 😉) Bechern und Schalen blickte.
Mehr als nur Handwerk: Der Brennvorgang
Ein zentraler Punkt der Fortbildung war auch das „hinter die Kulissen“ der Keramik schauen: Das Brennen. Isabella Bilstein erklärte uns anschaulich den Unterschied zwischen Schrühbrand und Glasurbrand. Wir diskutierten über Brennkurven, die Bedeutung der korrekten Temperaturführung und wie man den Ofen effizient bestückt. Für unseren Kunstunterricht ist dieses Wissen essenziell, um die Sicherheit der Schülerarbeiten zu gewährleisten und böse Überraschungen nach dem Öffnen des Ofens zu minimieren.
Isabella Bilstein: Expertise in Deutz
Ein besonderer Dank gilt unserer Kursleiterin Isabella Bilstein. Isabella ist in der Kölner Kunstszene keine Unbekannte. Mit ihrem Hintergrund als ausgebildete Keramikerin und „Wanderjahren“ in Irland und Wales, verbindet sie klassische Handwerkstechniken mit einer modernen, ästhetischen Formsprache. In ihrem Töpferstudio in Köln-Longerich schafft sie es in ihren Workshops eine Atmosphäre zu erzeugen, die zum Experimentieren einlädt – frei von Leistungsdruck, aber mit hohem handwerklichen, ästhetischen und künstlerischem Anspruch.
Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine klare Linienführung und eine tiefe Verbundenheit zum Material aus. Dass sie ihre Expertise in so offener und inspirierender Weise weitergibt, macht ihre Workshops zu einem Highlight für alle, die das Töpfern nicht nur oberflächlich, sondern mit fachlicher Tiefe erlernen wollen. Wer das Töpferstudio betritt, spürt sofort die Hingabe, die in jedem gebrannten Stück steckt. Neben ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit bietet sie regelmäßig Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an.
Einen Blick auf ihre Arbeiten und Informationen zu ihrem aktuellen Kursprogramm in Köln Longerich findet man auf ihrer Website: https://isabellabilsteinceramics.com Es lohnt sich ebenfalls ihr Laden-Atelier am Reischplatz 2 in Köln-Deutz einmal persönlich zu besuchen und sich von der Kreativität und Qualität ihrer Keramiken inspirieren zu lassen und das ein oder andere Schmuckstück für den persönlichen Gebrauch oder als Geschenk zu erwerben.
Fazit für den Unterricht
Wir kehren mit vollen Speicherkarten voller Fotos, Videos und vielen neuen Ideen für den Unterricht und vor allem einer großen Portion neuer Motivation an das Deutzer Gymnasium Schaurtestraße zurück. Die Fortbildung hat uns wieder gezeigt, warum das Fach Kunst so wertvoll ist: Es ist der direkte Kontakt zur Materie, das Scheitern und Wiederaufstehen am Drehteller und das sichtbare Ergebnis der eigenen Arbeit. Wir freuen uns darauf, die neuen Techniken bald im Unterricht gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern umzusetzen.
Die Fachschaft Kunst bedankt sich herzlich bei der Schulleitung für die Unterstützung dieser Fortbildung durch den Fortbildungsetat der Schule, bei Anja Melsheimer für die Organisation und bei Isabella Bilstein für zwei intensive und äußerst spannende Tage an den Drehtellern in ihrem Töpferatelier.







